EU-Konsultation zur Überprüfung der Energieeffizienz-Richtlinie

shutterstock_1214782093

Der VDMA hat die wichtigsten Anliegen des Maschinen- und Anlagenbaus in der Konsultation der EU-Kommission zur Überprüfung der bestehenden Energieeffizienz-Richtlinie aufgegriffen.

Die Energieeffizienzrichtlinie (EED) ist Teil des politischen Gesamtrahmens der EU zur Dekarbonisierung und ist mit anderen energie- und klimapolitischen Bereichen verknüpft, insbesondere mit der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED), der EU-Emissionshandelsrichtlinie (ETS) und der Effort-Sharing-Verordnung (Nicht-ETS-Sektoren) sowie mit der Energieversorgungssicherheit und dem Energiebinnenmarkt. 

Die EU hat sich ein höheres Netto-Emissionsreduktionsziel von mindestens 55 % bis 2030 gesetzt. Die EU-Kommission hat festgestellt, dass zur Erreichung dieses Niveaus der Treibhausgasemissionsreduzierung eine deutliche Steigerung der Energieeffizienzanstrengungen (auf 36-37 % für den End- und 39-41 % für den Primärenergieverbrauch) bis 2030 gegenüber dem derzeitigen Planziel von mindestens 32,5 % erforderlich ist. Die Bewertung der nationalen Energie- und Klimapläne der Mitgliedsstaaten zeigt, dass die Mitgliedsstaaten nicht auf dem richtigen Weg sind, dieses höhere Energieeffizienzniveau bis 2030 zu erreichen.  

Aufgrund seiner Verflechtung mit allen Sektoren spielt der Maschinen- und Anlagenbau eine Schlüsselrolle bei der Reduzierung der globalen Treibhausgasemissionen. Einfach nur die Ziele zu erhöhen, wird den Wandel nicht beschleunigen. Schnelles Handeln ist gefragt. Der Weg zur Klimaneutralität im Jahr 2050 ist ehrgeizig und muss geradlinig verfolgt werden. Der Dekarbonisierungsrahmen auf EU-Ebene sollte daher sowohl auf Systemeffizienz- als auch auf Dekarbonisierungszielen aufbauen, um mehr Möglichkeiten für die Wertschöpfungskette zu schaffen und die globalen Verpflichtungen zur CO2-Reduzierung zu erfüllen.  

CO2-Bepreisung sollte marktbasierte Anreize für Energieeffizienz schaffen 

Energieeffizienz ist eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende und das Erreichen der Klimaziele - sowohl national als auch international. Sowohl bei der Strom- und Wärmeerzeugung als auch in den Verbrauchssektoren Industrie, Verkehr und Gebäude gibt es erhebliche Energieeinsparpotenziale. Investitionen in Effizienztechnologien sind unerlässlich. Welche Technologien sich letztlich durchsetzen werden, muss den Kräften des Marktes überlassen werden. Der Markt muss jedoch so gestaltet werden, dass der Preis die Systemeffekte widerspiegelt, wie z.B. die externen Effekte, die durch zusätzliche CO2-Emissionen entstehen.  

Effizienz des Systems, nicht nur Energieeffizienz, ist der Schlüssel zum Erreichen des 2030-Ziels 

Energieeffizienz ist ein Kriterium, aber nicht das einzige, um die Eignung von Technologien zu beurteilen. In einem belastbaren und sicheren Energiesystem spielen auch andere Kriterien eine Rolle, darunter Systemkosten, soziale Akzeptanz und Versorgungssicherheit. Die Überarbeitung der Energieeffizienzrichtlinie sollte dazu beitragen, den Energieeffizienzansatz auf EU-Ebene besser zu koordinieren.  Die Aufrechterhaltung der Konsistenz des gesamten Rahmens für die Systemeffizienz ist entscheidend.   

Ein neues Energiesystem auf der Basis erneuerbarer Energien muss Versorgungssicherheit und international wettbewerbsfähige Preise gewährleisten. Bestehende Infrastrukturen und ihre Vorteile müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Die EED sollte daher "Systemeffizienz" und nicht "Energieeffizienz" widerspiegeln. 

Der Maschinen- und Anlagenbau setzt sich für das Endziel der Klimaneutralität ein und ist ein unverzichtbarer Partner bei diesem Übergang. Seine Technologien beeinflussen die Treibhausgasemissionen nahezu aller Branchen - vom Energiesektor bis zur Landwirtschaft. Maschinenhersteller haben die Möglichkeit, noch mehr grüne Technologien zu entwickeln und anzubieten. Das Wichtigste dabei ist eine globale Marktperspektive, um den größtmöglichen Nutzen zu generieren. Die VDMA-Mitglieder waren in den letzten Jahren sehr aktiv und werden sich auch weiterhin auf die Entwicklung und Bereitstellung effizienter und zukunftsweisender Technologien konzentrieren. 

Für den anstehenden Prozess wird die EU-Kommission im 2. Quartal 2021 einen Gesetzesvorschlag zur Überarbeitung der Energieeffizienzrichtlinie vorlegen. Der VDMA wird sich weiterhin mit seiner Expertise in den politischen Prozess einbringen.